Ironman 70.3 Greece, Costa Navarino

Sehr früh im Jahr und ohne eine strukturierte Trainingsvorbereitung habe ich am 14. April an der Premierenveranstaltung des Ironman 70.3 Greece teilgenommen. Wer mich kennt weiß, dass ich solche Veranstaltungen, die das erste Mal stattfinden, liebe. Irgendwie schreibt man da Geschichte mit und weiß nie, was einen erwartet.

Ok. Ich wusste das mich ein Wettkampf mit 1,9km Schwimmen, 90km Radfahren und ein Halbmarathon erwartete. Wie sich das ohne Training anfühlt hatte ich irgendwie vergessen, oder auch verdrängt. Zum Rennen gleich mehr.

Die späte, kurzfristige Organisation ließen schon erahnen, dass die Anreise und die Logistik Vorort nicht ganz einfach sein würde. So war die Anreise schon eine kleine Strapaze. 3 Stunden Flug nach Athen und eine 3-stündige Fahrt mit einem Leihwagen über den halben Peloponnes. Im Dunkeln an meinem gebuchten Hotel angekommen, leider war auch dort alles dunkel, und seit Stunden niemand zu erreichen. In einem kleinen griechischen Dorf irgendwo im Nirvana. Ohne eine weitere Kontaktnummer, -adresse. Läuft richtig gut. 🙂

Zum Glück sind dann ein paar kroatische Triathleten vom Essen gekommen und an mir vorbei gelaufen. Ihnen habe ich meine Geschichte erzählt und gefragt, wo sie untergebracht sind. Sie gaben mir die Telefonnummer ihres Vermieters und nach einem Anruf hatte ich in 3km Entfernung ein Dach überm Kopf. Gute Nacht.

Eine wunderschöne Gegend mit tollen Ausblicken.

Die Fahrten zum und vom Wettkampfort führten entlang der Küste, durch Olivenhaine und idyllische Dörfer. Die Fahrt dauerte jeweils ca. 30 Minuten, war aber kurzweilig. Das Zentrum des Ironman 70.3 Greece war in einem 5 Sterne Golfhotel eingerichtet. Sehr schön, aber eigentlich suboptimal für den Ausstieg vom Wasser zur Wechselzone.

Auch die Wege von den Parkmöglichkeiten zum Start, der Wechselzone und dem Ziel waren etwas weiter, da die Zugangsstraßen zum Hotel nur den Hotelgästen zur Verfügung standen.

Chilliger Vorwettkampftag.

Aber insgesamt war Set-up prima und die Umgebung traumhaft. Der Samstag verging gechillt mit Bike Check-In und Essen in meiner Unterkunft.

Sonntag. Race Day. Für 8 Uhr war der „Rolling Start“ angesetzt und alle Athleten, inklusive mir selbst, machten große Augen, als wir das aufgewühlte Meer sahen. Und da sollen wir schwimmen? Brandung und große Wellen von bis zu 2 Meter Höhe machten mich doch etwas nervös. Was auch daran lag, dass ich es seit dem Wettkampf auf Hawaii auf 3200 Schwimmmeter gebracht habe. Der Start verzögerte sich etwas, da auch die Organisatoren sich nicht klar darüber waren, ob bei diesen Bedingungen überhaupt geschwommen werden konnte, oder ob zumindest die Strecke verkürzt werden sollte. Man entschied sich für die 2. Version und die äußerste Wendeboje wurde ca. 200m eingeholt.

Nach dem Start kämpfte ich mich durch die Brandung und kam dann auch irgendwann über die Brecher, so dass ich versuchen konnte normal zu schwimmen. Das war aber wirklich nur zeitweise möglich. Keine Orientierung durch die hohen Wellen. Die Wellen machten es schwer eine Richtung zu halten. Nach hartem „Überlebenskampf“ wurde ich nach 37:49min an Land gespült.

Schwimmausstieg mit der Brandung im Hintergrund.

Die erste Wechselzone zu erreichen war auch nicht wirklich einfach. 940 Meter Laufstrecke, 45 Höhenmeter über einige Treppen im Hotelressort ergaben eine Wechselzeit von 9:32min bis ich aufs Bike steigen konnte.

Die 90km Radstrecke bestand aus 2 Schleifen, die jeweils zweimal durchfahren werden mussten. Der Asphalt war zu 80% perfekt und total neu. Die Wechselpunktstrecke mit insgesamt 1248 Höhenmetern war jetzt nicht sehr abwechslungsreich, doch der zweimal zu fahrende 11,5km lange Anstieg lies mir sowieso kaum Luft die Gegend zu genießen. Eine Bergziege werde ich nicht mehr. 🙂

Auf dem Anstieg zum Wendepunkt.

Die Strecke war gut gesichert (trotz Gegenverkehr auf dem kompletten Kurs) und auch die Verpflegungsstellen gut positioniert. Nach 2:57:11 Std. erreichte ich die Wechselzone 2. Immerhin reichte es noch zur 5. schnellsten Radzeit in der Altersklasse. Dann stand „nur“ noch der Halbmarathon auf dem Programm.

Lauf entlang der Lagune.

Die Laufstrecke führte durch kleine Ortschaften, entlang der Lagune, durch Olivenhaine und über Landstraßen. 107 Höhenmeter standen am Ende auf der Uhr. Der Belag ließ teilweise zu wünschen übrig, da die Strecke kurz vor dem Rennen mehrfach geändert werden musste. Aber der Ein-Runden-Kurs ist sehr abwechslungsreich. Ich habe es in diesem Rennen endlich mal wieder geschafft meinen inneren Schweinehund zu überwinden. Meine Berechnungen während des Laufes hatten das Ziel unter 6 Stunden zu finishen. Dafür musste ich aber die letzten 5 Kilometer nochmal richtig kämpfen. Zum Glück ist mir das trotz der geringen Lauftrainingskilometer, des nicht vorhandenen Wettkampfgewichtes und der üblichen Beschwerden im Sprunggelenk gelungen. Nach 5:55:24 Stunden (Laufzeit: 2:06 Std.) konnte ich die Ziellinie überqueren. Damit belegte ich den 6. Rang in meiner Altersklasse, womit ich bei meinem Trainingszustand zufrieden bin. #erlebnisvorergebnis

Geschafft.

Die Nachzielverpflegung war gut. Nicht allzu abwechslungsreich, aber mit griechischen Momenten. Der Siegerehrung und Slotvergabe für die 70.3 Weltmeisterschaft in Nizza bin ich ferngeblieben, da ich am nächsten Tag sehr früh (4 Uhr) wieder Richtung Athen aufbrechen musste.

Hang Loose in Greece.

Fazit: Die erste Auflage des Ironman 70.3 Greece, Costa Navarino hat Potential. Die Anreise ist sehr beschwerlich, wenn man die Version über Athen wählt. Mit einem Flug nach/von Kalamata ist die Fahrt mit dem Auto wesentlich kürzer. Die Parksituation rund um das 5-Sterne Hotel ist auch suboptimal gelöst. An den Strecken wird sich kaum viel ändern/verbessern lassen. Nur der Belag auf der Laufstrecke hat Verbesserungsbedarf. Die Nachzielverpflegung könnte etwas abwechslungsreicher sein.

Die Rad- und Laufstrecke bieten das, was im Vorfeld auf der Webseite beschrieben wird. Der Weg in die Wechselzone 1 ist spannend. Habe ich so auch noch nicht erlebt, ist aber den örtlichen Gegebenheiten geschuldet und wird sich nicht ändern lassen.

Sollte jemand einen Wettkampf relativ früh in der Saison suchen, kann ich das Rennen empfehlen. Die ausgebuchte Premiere spricht zumindest auch für den Bedarf unter den Athleten.

Efcharistó Elláda!

1 Kommentar zu „Ironman 70.3 Greece, Costa Navarino

  1. Herzliche Gratulation👍

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