Ironman #33 – Check

Der 33. Ironman Start mit dem 33. Finish ist Geschichte. Ein Wettkampf mit den unterschiedlichsten Erfahrungen in den einzelnen Disziplinen habe ich am Ende mit einigen Schmerzen bezahlt. Aber das Überqueren der Ziellinie entschädigt für die Strapazen beim Laufen.

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Der Tag fing etwas später an, als üblicherweise bei den Ironman-Rennen. Da der Start erst ab 08:05 Uhr (Profis) erfolgte, bin ich auch erst um 5:30 Uhr aufgestanden. Bis 7:30 Uhr ist es in Calella noch fast komplett dunkel gewesen, sodaß es gar nicht möglich ist das Rennen früher zu starten.

Traditionell ohne Frühstück und nur mit einem Energieriegel habe ich mich mit Rene in die Wechselzone aufgemacht. Ein 15-minütiger Weg gab uns nochmal Zeit uns gegenseitig für das Rennen Mut zu machen. In der Wechselzone sind die einzelnen Schritte schon fast automatisiert und ohne Zwischenfälle war ich nach einem kurzen Einschwimmen um 8 Uhr bereit für den Start.

Rene und ich haben uns bei 1:10 -1:15 Std. Schwimmzeit für den „Rolling Start“ eingeordnet und die letzten Gedanken galten dann meiner Familie und der Hoffnung von einer Panikattacke beim Schwimmen verschont zu bleiben. Ab 8:15 Uhr wurden die ca. 3800 Altersklassenathleten nacheinander in den Wettkampf geschickt. Ich bin mit Rene zeitgleich ins Wasser und habe versucht bis zur ersten Boje einer Richtungsänderung hinter ihm zu schwimmen. Das ist mir auch sehr gut gelungen, doch im Gewühl des Bojenumschwimmens habe ich seine „Beine verloren“. Ab dann suchte ich mir meinen eigenen Weg. Es lief gut. Ich bin mein ruhiges Tempo geschwommen, habe bei 21,5 Grad Wassertemperatur auch keine Probleme mit der Atmung bekommen und zählte jede Boje, an der ich vorbei geschwommen bin. Von Tritten und Schlägen wurde ich weitestgehend verschont. Die nächste Boje kam nach einer langen, nicht enden wollenden Geraden bei ca. 1900 Meter. Beim nächsten Richtungswechsel habe ich auf die Uhr geschaut und war mit meiner Zeit nach 2100 Metern zufrieden. Jetzt nur noch 1700 Meter zum Schwimmausstieg und dann geht´s aufs Rad.

Nach 1:13:52 Std. habe ich das Schwimmen beendet, was mich sehr freute, da ich mit der. Zeit gar nicht gerechnet hatte. 8 Schwimmkilometer im Training in diesem Jahr ließen Schlimmeres befürchten.

Nach einem Wechsel von 6:02 Minuten konnte ich endlich meine stärkste Disziplin in Angriff nehmen. Die Strecke kommt mir mit seinen knapp 780 Höhenmetern entgegen und ich habe von Beginn an einen guten Rhythmus gefunden. Bei so einer Strecke waren größere Pulks von Athleten zu erwarten und so kamen immer wieder Gruppen an mir vorbei geflogen. Ich hielt mich aber an meine eigene Vorgabe konservativ zu starten und habe selbst erst ab Kilometer 50 mehr Druck gemacht. Die Wattwerte stimmten und die Geschwindigkeit war zu diesem Zeitpunkt sehr hoch, da der Rückenwind nachgeholfen hat. Bis auf ein Ziehen in der linken Wade (ich dachte nur hoffentlich nicht schon jetzt einen Krampf) ab Kilometer 65, das aber nach 80 Kilometer wieder weg war, lief es echt super. Die 90 Kilometer hatte ich nach 2:30 Std. absolviert und wenn nichts unvorhergesehenes passiert, rechnete ich mit einer Zielzeit von 5:10 Stunden. Die 2. Runde bin ich viel ganz alleine im Wind gefahren, was einerseits Kraft gekostet hat, zum anderen die Geschwindigkeit gedrückt hat. Am Ende stieg ich dann nach 5:07:32 Std. vom Rad und hatte den 3. schnellsten Radsplit in meiner Altersklasse gefahren. Und das mit den wenigen Trainingskilometern in diesem Jahr. Hier hätte ich es mit normalem Trainingspensum sogar schaffen können nochmal unter 5 Stunden Rad zufahren. Aber „hätte, hätte, Farradkette“. 🙂

In 3:43 Minuten durch die 2. Wechselzone und auf die Laufstrecke. Ich wusste, dass das ein langer Lauf werden würde. Kaum im Training gelaufen, die bekannte Sprunggelenksproblematik und nicht wirklich austrainiert ließen von Beginn an einen „Walk & Run“ erwarten. Und so kam es dann auch. Überholt wurde ich gefühlt von 1500 Athleten und jeder Kilometer kam mir länger als 1000 Meter vor. Aber es ging voran und in der Zwischenzeit begegnete ich auch Rene immer an den 3 Wendepunkten. Er kam mir immer näher, bis er aber leider bei Kilometer 15 wieder seine Magenprobleme bekommen hat. Das ist so schade und tragisch für ihn.

On the Run.

Ich habe dann bei Kilometer 29 beschlossen auf Rene zu warten, der etwa 2 Kilometer hinter mir war. Ich ging also nur noch weiter und dann dauerte es doch bis Kilometer 32, bis Rene zu mir aufgelaufen war. Wir brauchten dann etwas, bis wir uns eingespielt hatten. Er lief mir zu schnell, dann musste er länger Pause machen, aber die letzten 4 Kilometer liefen wir dann Seite an Seite und kamen mit exakt der gleichen Zeit von 11:37:32 Stunden im Ziel an. Das war dann doch mal ein besonderes Erlebnis. Die Marathonzeit 5:06:25 Std. (mit Warten, etc.) sollte ich besser verschweigen. Da habe ich für 42,2km Laufen fast so lange gebraucht, wie für 180km Radfahren. 🙂

Am Ende waren alle glücklich, wenn auch kaputt. Ich habe meinen 33. Ironman gefinished. Das war das große Ziel.

Fazit: Dem weltweit größten Ironman fehlt an vielen Stellen der besondere Flair, die Stimmung. Das große Veranstaltungszelt läßt keine Atmosphäre aufkommen. Der Umweltschutz wird hier mit allen Füßen getreten. Unendlich viel Müll wird praktiziert. Plastikwasserflaschen auf der Radstrecke. 😦 Auf der Laufstrecke kleine Flaschen, die auch kaum ein Athlet trinken kann. Becher bis zum Rand voll, aus dem die Hälfte weggeschüttet wird. Viel Plastikmüll bei den Essen. Da gibt es auf jeden Fall Verbesserungsbedarf.

Sportlich eine schnelle Strecke, bei der die Kampfrichter auf der Radstrecke meiner Meinung nach einfach willkürlich agiert haben. Ich gehe davon aus, dass ich hier wahrscheinlich so schnell nicht wieder starten werde.

1 Kommentar zu „Ironman #33 – Check

  1. Lieber Uwe,
    ein toller Bericht, vielen Dank für die Einblicke.
    Und natürlich Glückwunsch zu 33. gefinishten Ironman. Unglaublich und meinen echten Respekt dafür!!!

    Liken

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